Tierfotos im Stuttgarter Schlossgarten
 
NEU! Jahreskalender "Stuttgarter Amazonen 2018"




Muster anschauen

Erhältlich bei:
- Buchhandlung A. Wagner
Marktstraße 34, 70372 Stuttgart-Bad Cannstatt

- auch direkt bei uns unter tomcouet(ät)igelchan.de

- zwischen dem 1. und 15. Dezember während meiner Fotoausstellung

Fotoausstellung in der Galerie Nestel


Zwischen dem 1. und 15. Dezember 2017 stelle ich zum vierten Mal meine Bilder von den in Stuttgart freilebenden Papageien, den Gelbkopfamazonen, in der Galerie Nestel aus. Sie sind herzlich eingeladen diese farbenfrohen Stuttgarter Vögel auf großformatigen Fotos zu bewundern. Ebenfalls werden auch Jahreskalender 2018, Postkarten sowie Broschüren erhältlich sein. Während der Öffnungszeiten bin ich in der Galerie anwesend und freue mich auf Ihren Besuch!

01. bis 15. Dezember 2017, täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr
Galerie Nestel, Wilhelmstraße 17, Stuttgart-Bad Cannstatt





Drei Studenten der Uni Tübingen haben einen netten Beitrag über die Stuttgarter Papageien erstellt. Die Dreharbeiten wurden bei einer Temperatur von minus 9° gemacht. Es war echt heftig, aber die Papageien waren auch sehr kooperativ (danke an Mamagei, Papagei, Felix, Felicitas, Undine und Loris!) und saßen lang in einer Eibe in tollem Licht, wo sie stundenlang sich mit dem Frühstück beschäftigten:
zum Video bei Campus TV



Frühlings-Bildergalerie



Während unsere Amazonenkolonie den harten Winter gut überstanden hat (mit doch ein paar Erfrierungen an ihren Zehen), konnte ich nach der kalten Welle das hübsche Eisvogel-Weibchen nicht mehr im Park sehen. Da das Gewässer zugefroren war, hat es vielleicht woanders nach einem anderen Winterquartier gesucht...

Im Rosensteinpark haben etliche neue Bauarbeiten für die Tunnel von S21 begonnen. Am Hang oberhalb der Neckarstraße wurden erneut Bäume gefällt, Gebüsche beseitigt und in der Wiese gebuddelt. Wenn ich manchmal nach alten Bildern suche, bin ich sprachlos festzustellen, wie das Grün früher in unserem Park reich und üppig war. Was jetzt übrig geblieben ist, sieht kahl wie ein Skelett aus... Früher hatte man von dem Stadtlärm sowie Straßen- und Schienenverkehr kaum was mitbekommen. Nun ist es ziemlich schwer ohne Kran oder blaue Rohre im Hintergrund etwas zu fotografieren. Ich hoffe, dass unsere Wildhasenpopulation nicht zu sehr darunter leidet. Ich sehe so wenig von ihnen dieses Jahr!

Trotzdem sind wieder Zugvögel, die nicht weit wegfliegen sondern im Mittelmeerraum überwintern, zurückgekommen, wie der Rotmilan, die Mönchgrasmücke oder der Hausrotschwanz. Man hört manchmal auch schon den Zilpzalp, noch ungeschickt und leise. Ich wünsche, dass mindestens das Wetter in diesem Frühling für die Tiere erfreulicher als letztes Jahr wird, so dass wir viel Nachwuchs haben werden.

Nun ist es mir gelungen endlich die ganze Amazonenpopulation einzeln zu bestimmen. Eine fast 5 Jahre lang dauernde Arbeit! Ich bin jetzt total gerührt zu sehen, wie die kleinen Kerlchen, die ich noch in ihrem Nest sitzend und ängstlich und neugierig in die Außenwelt schauend kennengelernt hatte, gemausert und ein schönes Gefieder bekommen haben, teilweise einen Partner gefunden haben und jetzt täglich bei den Älteren lernen, wie man ein Revier findet und es verteidigt. Bei den Amazonen dauert es einige Jahre, bis dass sie geschlechtsreif werden. Hoffentlich werde ich sie noch lange beobachten können.
Hier können Sie ein paar Fotos von diesem Frühling anschauen!




ein Fernsehbeitrag bei SWR "Papageien im Grossstadt-Dschungel"





Bildergalerie von diesem Winter



Nach Silvester sowie der kalten Welle im Januar wurde ich oft gefragt, wie es unseren Amazonen geht. Prima! Möchte ich sagen.... oder fast. In den letzten Tagen wurden immer wieder 57 bis 58 Amazonen in Bad Cannstatt auf ihren Schlafplätzen gezählt, während am 31 Dezember sie 59 waren. Ob die fehlenden 1 oder 2 Papageien in der Silvesternacht verschwunden sind, können wir leider nicht feststellen. Ich habe sie am Silvesterabend und am 1. Januar besucht. Sie waren sehr angespannt und litten eindeutig unter dem für sie unverständlichen Krach und Gestank. Danach haben sie die Polartemperaturen tapfer überstanden. Sogar "Karl der Kahle", ein Amazonen-Männchen, dessen Federn von seinem Weibchen manchmal gerupft werden und "halbnackt" ist, hat die extreme Kälte überlebt! Da waren wir richtig froh. Um die Kälte zu überleben haben die Amazonen keine bestimmte Strategie. Sie sitzen einfach apathisch in Bäumen und warten auf eine bessere Zeit. Bisher haben sie genug Nahrung in den Schreber- sowie Privatgärten gefunden, nämlich Walnüsse, Äpfel, Zieräpfel und Eiben. Die Schnurbäume, die auch eine gute Nahrungquelle für die Amazonen im Winter sind, tragen dieses Jahr leider wenig Schoten, wahrscheinlich weil sie letztes Jahr zu drastisch zurückgeschnitten wurden. Nun haben die Amazonen alle Walnüsse weggefressen und suchen nach den letzten Eibensamen...
Wenn Sie frühmorgens im Park spaziergehen, haben Sie gute Chancen diese außergewöhnlichen Vögel zu beobachten. Die Brutpaare verteidigen schon jetzt heftig ihr Brutrevier!

Hier können Sie ein paar Winterfotos anschauen, die ich in der letzter Zeit im Park sowie in der Umgebung von Stuttgart gemacht habe.




Thea wurde von einem Habicht angegriffen!
Die komplette Geschichte vom Habichtangriff auf Thea ist jetzt hochgeladen.



Thea am 29. Dezember 2016 im Rosensteinpark. Ihr Schnabel ist fast komplett nachgewachsen. Ganz gesund und energisch imponierte sie mit ihrem Partner Thilo gegen das neue junge Nachbarpaar Cherubino und Céline... Viel Glück Thea und Thilo!


eine neue Broschüre über die Stuttgarter Amazonen

Die Papageien von Stuttgart -Amazonen in der Großstadt
von Tomoko Arai, Bianca Hahn und Dieter Hoppe (2016)




Die Broschüre kostet € 6,- plus € 1,50 Versand. Bestellung per email an: mwetzler(ät)igelchan.de oder tomcouet(ät)igelchan.de




Die komplette Geschichte der Amazone "Thea"


Gestern kam in der Zeitung eine schreckliche Nachricht. In Bad Cannstatt soll eine verletzte Amazone gefunden worden sein. Sofort hatte Dieter Hoppe mit der Polizei vor Ort sowie dem Tierheim, wo die Amazone untergebracht wurde, Kontakt aufgenommen und bekam nähere Auskunft. Wir vermuteten, dass es sich um ein gerade flügge gewordenes ungeschicktes Junges handeln könnte. Doch im Gegensatz zu unserer Vermutung, soll der verletzte Vogel viel gelbe Farbe am Kopf und einen hellen Schnabel haben. Also geht es um eine erwachsene Gelbkopfamazone. Hoffentlich kein Elternteil, der Nachwuchs hat, dachten wir. Penelope, Mamagei oder Gustav sind zum Beispiel reine Gelbkopfamazonen mit Kindern. Der Vogel blutete am Schnabel und konnte nicht fliegen, „er plumpst wohl von der Stange wie ein Stein“ , hieß es.
Dieter bot mir an heute morgen mit ihm zusammen im Tierheim die verletzte Amazone zu besuchen.

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Ein Feuerwehreinsatz im Park für Thea

Wie der Papageien-Experte Dieter Hoppe mir sagt, "die Lebensabschnitte des Amazonenweibchens Thea scheinen die nichtendenwollenden Sequenzen einer Dauer-Katastrophe zu sein". Ich habe schon hier in meinen Berichten über Theas Unglück im Sommer 2015 geschrieben. Dann wurde ich am 5. Februar 2016 im Rosensteinpark Augenzeuge, wie Thea in der Luft von einem Habicht angegriffen wurde. Zum Glück lief die Attacke ins Leere und Thea konnte sich retten. Sie litt aber wochenlang an den Verletzungen, die von den Greifkrallen verursacht waren.


Ich fand Thea in einem Schockzustand direkt nach dem Habichtangriff

Es schien auch, dass Thea psychisch stark traumatisiert war. Sie flog nicht mehr in den Park. Mit dem Beginn der Brutsaison 2016 hatte sie endlich ihr Trauma überwunden und mit ihrem neuen jungen Partner Thilo angefangen eine Bruthöhle zu suchen. Dabei hatte das neue Paar große Schwierigkeiten angetroffen, denn das alte Brutrevier von Thea war von ihrem Ex-Partner Gregorius und seiner neuen Frau Kirke während Theas Aufenthalt im Tierheim übernommen worden. Der junge Thilo (vermutlich 2-3 Jahre alt) besaß selbst noch kein Revier.


Thea und Thilo bei einer Höhleninspektion im März 2016

Am 5. Mai wurde ich erneut Zeugin, wie Thea schon wieder einer Katastrophe knapp entkommen ist! Eigentlich hatte ich mich gefreut, als ich sah, dass Thea und Thilo im alten Brutbaum von Thea im Rosensteinpark angeflogen waren. Hier hatte Thea mit ihrem langjährigen Partner Pythagoras mehrmals erfolgreich gebrütet. Da Gregorius und Kirke im Unteren Schlossgarten ihre Bruthöhle ausgesucht und angefangen hatten festzubrüten, war das Gebiet wieder frei geworden. Nun ging Thea in ihre gewohnte alte Höhle rein. Und ach Gott, sie konnte nicht mehr rauskommen!


Frühmorgens am Unglückstag hatten Thea und Thilo sich noch gepaart...

Die Schnabelspitze fehlt, damit sie am Rand der Öffnung sich festhalten kann um weiter hochzuklettern. Thea hatte beim Unfall im Sommer 2015 ihre Schnabelspitze verloren. Ich sah immer wieder ihren Kopf aus der Höhle rausgucken. Thea stützte sich mit Hilfe beider Flügel an der Wand der Höhle ab und wollte sich noch mit dem Schnabel am Rand der Öffnung hochziehen. Ihre stumpfe Schnabelspitze konnte aber leider nicht mehr richtig die glatte Rinde der Platane fassen. Immer wieder stürzte sie ins Loch ab. Thilo saß besorgt daneben, versuchte sogar mit seinem Schnabel Thea hochzuheben.


Thilo versuchte mit seinem Schnabel Thea rauszuziehen

Nach 45 Minuten Beobachtung war mir klar, dass Thea es nicht schaffen wird. Ich informierte meine Kollegin Bianca, die von der anderen Seite des Parks sich beeilte herzukommen. Sie traf unterwegs eine Polizeistreife und schickte sie zu mir. Ich sprach die Polizistin an, die zunächst mich sehr skeptisch anschaute. Bald sah sie selbst, wie Thea bei einem erneuten Versuch abgestürzt war. Sie rief die Feuerwehr an. Nach ca. 15 Minuten waren zwei Feuerwehrwagen richtig mit Martinshorn "tatüü tataa" angekommen!



Mit einer Leiter kletterte ein junger Feuerwehrmann zur Höhle, schaute rein und sagte, dass Thea blutete. Da die Höhle nur ca. 40cm tief war, versuchte er zunächst mit der Hand Thea zu fangen.



Es klappte aber nicht und wir empfahlen ihm doch einen Zweig reinzustecken und Thea selbst rausklettern lassen. Gesagt, getan. Kaum war der Feuerwehrmann wieder von der Leiter am Boden, tauchte Thea, die diese Hilfe sofort verstanden und benutzt hatte, an der Öffnung auf.



Sie schaute einmal was draußen los ist und flog gleich dann mit einem kräftigen Flügelschlag heraus! Bravo! Es erhob sich großer Beifall von den vielen Zuschauern, die mittlerweile sich um den Baum versammelt hatten. Thilo war bis das der Feuerwehrmann auf die Leiter kam ganz treu neben der Höhle sitzen geblieben und hatte sich nur am Schluss in die Hainbuche, die daneben steht, versteckt. Er schloss sich sofort an. Die beiden saßen eine Weile in der Hainbuche zusammen. Thea blutete an den Zehen, aber sonst sah sie ziemlich gesund aus.


Endlich wieder frei!

Ich hoffe, dass die dritte Geschichte Theas wie die zwei vorigen ein gutes Ende haben wird.

Am nächsten Tag traf ich Thea und Thilo beim Wachwerden auf ihrem gewohnten Schlafplatz in Bad Cannstatt. Thea sah gut erholt aus. Schon um 05.45 Uhr flogen sie vom Schlafplatz ab in einen neuen hoffentlich ruhigeren Tag hinein.

Hier ein seher netter Artikel in der Suttgarter Zeitung: "Feuerwehr rettet Papageien-Dame"


Wird die Platanenallee S21 überstehen ?


Die Felix Mendelssohn Allee im Unteren Schlossgarten, die einfach als "Platanenallee" bekannt ist, ist ohne Frage das Herz der ganzen Parkanlage in Stuttgart. Sie ist einmalig nicht nur wegen ihrer majestätischen Schönheit sondern auch als besonderer Brutplatz für die Hohlenbrüter wie Hohltauben, Dohlen, Gelbkopfamazonen oder Waldkäuze.

In der letzten Zeit besonders während meiner Ausstellung wurde ich oft gefragt ob die Allee von dem Projekt Stuttgart 21 verschont bleibt. Mittlerweile sind die Bürger richtig skeptisch geworden gegenüber den politisch Verantwortlichen ! Sie glauben nicht mehr wortlich was erzählt wird.

Zunächst gibt es keinen Abholzungsplan für die Allee. Trotzdem kann ich keine totale Entwarnung geben. Kürzlich wurde ich vom BUND gefragt über die Möglichkeit Nistkästen für die Brutvögel der Platanenallee aufzuhängen. Der Grund dafür war tatsächlich weil es zu befürchten ist, dass die Platanenallee wegen der Bauarbeiten besonders des Wassermanagements für S21 Schäden nehmen könnte und die Vögel dort ihre Brutmöglichkeiten verlieren könnten.

Im Rahmen der Arbeiten für das Projekt Stuttgart 21 wird eine riesige Menge vom Grundwasser abgepumpt. BUND warnt, dass durch diese Wasserentnahme die ca. 700 Bäume in gesamtem Park im Trockenen sitzen und aussterben können.

Aber die Gefahr für die Platanenallee, die in tieferer Lage sich befindet, ist anders. Dem BUND nach sollen alle Fachbehörden einräumen, dass durch die Infiltration der Grundwasserspiegel dort ansteigen und die Platanen in der Allee Schaden nehmen könnten. Dort befindet sich der Grundwasserspiegel jetzt schon nur knapp 2 Meter unter der Geländeroberkante. Bei einem nur geringfügigen Anstieg würden die Wurzeln der Platanen im Wasser stehen und dadurch rasch absterben. Bei Bäumen ist die Gefahr des schnellen Erstickens durch Ertrinken viel gefährlicher als das langsame Austrocknen - dies kann man auch an vielen Zimmerpflanzen studieren.

Mehr Information über das Wassermanagement vom BUND

Das Grundwasser Management wurde juristisch mit der Genehmigung der 7. Planänderung im September 2014 legitimiert. Die Genehmigungsbehörde Eisenbahn Bundesamt (EBA) argumentiert, dass mit einem verschärften Monitoring man die Gefahren für die Allee minimieren kann...

Also ausgeschlossen sind sie nicht.


Ein Mittelspecht in der Platanenallee - Juni 2014